Abstimmung
Am 30. November 2008 stimmte das St.Galler Volk mit 57.4 Prozent Ja-Stimmen für die Lokremise, für die Kultur. Mit dem Erwerb und Umbau der Lokremise sichert sich der Kanton St. Gallen ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Im grössten noch erhaltenen Lokomotiv-Ringdepot der Schweiz mit Remise, Badhaus und Wasserturm entsteht das neue, spartenübergreifende Kulturzentrum mit Tanz, Theater, Film, Kunst und Gastronomie.
Darum sagte die Bevölkerung JA zum Erwerb und Umbau des Kulturzentrums Lokremise in St.Gallen:
Erfolgreicher Provisoriumsbetrieb mit über 500 Veranstaltungen
Von Herbst 2006 bis Juni 2009 wurde die Lokremise als Provisorium für verschiedenste Aktivitäten genutzt. Mit über 500 Veranstaltungen hat sich die Lokalität als Kulturort etabliert. In den ersten 2 Jahren wurden viele beachtete Glanzlichter gesetzt (etwa Schnittpunkt Kunst und Kleid, Max Frischs «Homo Faber» des Theaters St.Gallen, «Schau mir in die Augen, Kleines» der St.Galler Tanzkompanie, die
«Urschweizer Filmtage» der letztjährigen Olma-Gastkantone, das experimentelle Gemeinschaftsprojekt «iwernarrisch!» von regionalen Kunstschaffenden oder das Volkskulturfestival «echos»).
Tanz, Theater, Kino, Kunst und Gastronomie
Die Lokremise bietet Raum für aussergewöhnliche Produktionen aus Tanz, Theater, Film und Kunst. Durch das Zusammentreffen verschiedener Institutionen und Kunstsparten unter einem Dach wird ein einzigartiges und lebendiges Kultur- und Begegnungszentrum für die ganze Bevölkerung entstehen.
Als Partnerinstitutionen sind Konzert und Theater St.Gallen, das St.Galler Programmkino Kinok, die städtischen Kunstinstitutionen, vertreten durch das Kunstmuseum St.Gallen, sowie ein Gastronomiebetrieb vorgesehen. Die Räume werden zudem für die unterschiedlichsten Anlässe aus den Bereichen Kultur, Bildung, Politik und Wirtschaft genutzt.
Ein architektonischer Brückenschlag
Das Bauprojekt umfasst neben der Sanierung der Lokremise den Einbau von drei Einheiten im «Haus-im-Haus-Prinzip». Die drei Einheiten beherbergen einen Kinosaal, eine Gastronomieküche sowie Theatergarderoben. Sie unterteilen die Remise in vier Abschnitte: zwei Theaterzonen, eine Kunst- und Performancezone sowie eine Zone mit Restaurant und Eingangsbereich.
Zusätzlich zur Lokremise wird das Badhaus sanft saniert werden und Büro- und Lagerräume für die Lokremise enthalten. Die Wohnungen im Badhaus werden für Künstleraufenthalte zur Verfügung gestellt. Auch der Wasserturm wird einer schonenden Renovation unterzogen.
Ein Ort mit Geschichte – und Zukunft
Von 1903 bis 1911 wird die Lokremise am Hauptbahnhof St.Gallen als Pionierbau der Bahninfrastruktur errichtet. Die Eisenbetonkonstruktion von Carl Moser nimmt auch international eine bautechnische Vorreiterrolle ein. Mit rund 80 Metern Durchmesser ist die Lokremise das grösste Ringdepot der Schweiz und ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung.
Mit dem Erwerb und Umbau der Lokremise durch den Kanton bietet sich die einmalige Gelegenheit, die Ausstrahlungskraft der Kultur-, Bildungs- und Tourismusregion massgeblich zu stärken. In der Lokremise soll ein spartenübergreifendes Kulturzentrum mit überregionaler Ausstrahlung entstehen. Der Kanton will das einzigartige Gesamtensemble mit Lokomotiv-Ringdepot, Badhaus und Wasserturm umbauen und der zu gründenden Stiftung Kulturzentrum Lokremise zur Verfügung stellen. Ein zukunftsweisender Schritt, der auf regionaler Geschichte gründet.
Eine Stiftung für nachhaltige Betriebssicherheit
An die Stiftung für den Betrieb der Lokremise leistet die Stadt St.Gallen einen Standortbeitrag von 1 Million Franken. Zudem sollen auch Wirtschaftsunternehmen und Stiftungen in die Trägerschaft eingebunden werden.
Die Kosten für Erwerb und Umbau von Lokremise, Badhaus und Wasserturm belaufen sich auf rund 22.6 Millionen Franken. Die Vorlage unterstand damit dem obligatorischen Finanzreferendum. Nach dem JA zum Projekt begann der Umbau im Sommer 2009 – die Eröffnung findet im September 2010 statt.
Ein grosses Dankeschön
Wir möchten uns herzlich beim überparteilichen Aktionskomitee bedanken, welche die kantonale Vorlage über Erwerb und Umbau der Lokremise unterstützt hat:
Ludwig Altenburger, Buchs; Thomas Ammann, Rüthi; Karl Arpagaus, St.Gallen; Thomas Bachmann, St.Gallen; Valentin Bischof, St.Gallen; Felix Bischofberger, Altenrhein; Ruedi Blumer, Gossau; Kuno Bont, Buchs; Elisabeth und Peter Bosshard, Rapperswil-Jona; Daniela Colombo, Rapperswil-Jona; Alois Ebneter, Alt St.Johann; Ruedi Elsässer, Walenstadt; Hans Frei, Diepoldsau; Dr. Claudia Friedl, St.Gallen; Dr. Bruno Gähwiler, Wil; Bruno Glaus, Uznach; Meinrad Gschwend, Altstätten; Dr. Daniel Gut, Buchs; Alex Hanimann, St.Gallen; Marlen Hasler, Widnau; Roger Hochreutener, Lichtensteig; Lukas Hofstetter, St.Gallen; Dr. Rolf Hohmeister, Bad Ragaz; Max R. Hungerbühler, St.Gallen; Dr. Hans Hurni, St.Gallen; Elmar H. Jud, St.Gallen; Andreas Jung, Rebstein; Susanne Kasper, Wil; Prof. Dr. med. Jürg Kesselring, Valens; Helga Klee-Rohner, Berneck; Hans Kubat, Rorschacherberg; Monika Lehmann-Wirth, Rorschacherberg; Burno Lusti, Niederuzwil; Dieter Niedermann, St.Gallen; Arno Noger, St.Gallen; Dr. Edgar Oehler, Balgach; Dr. med. Valentin Rehli, Walenstadt; Ferdinand Riederer, Pfäfers; Dr. jur. Werner Ritter, Hinterforst; René Romanin, St.Gallen; Peter Roth, Unterwasser; Thomas Scheitlin, St.Gallen; Hubert Schlegel, St.Gallen; Margrit Stadler-Egli, Bütschwil; Dr. Karl Stadler, Altstätten; Peter Stössel, St.Gallen; Roland Stump, Wildhaus; Boris Tschirky, St.Gallen; Dr. Pierin Vincenz, St.Gallen; Hans Werner Widrig, Bad Ragaz; Rolf Wirth, St.Gallen; Benedikt Würth, Rapperswil-Jona; Franz Würth, Gossau; Hans Wüst, Schmerikon und weitere Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Bildung, Sport und Wirtschaft.
